Arbeitsmethode für Ausstellungsentwicklung

Arbeitsmethode für Ausstellungsentwicklung

Arbeitsmethode für Ausstellungsentwicklung

Die hierauf folgenden Phasen-Beschreibungen sind Fragmente eines früher veröffentlichten Artikels ‚Arbeitsmethode für Ausstellungsentwicklung‘, den wir auf Ersuchen von Museumpeil, einer Zeitschrift für Museumsmitarbeiter, verfasst hatten.

Der gesamte Prozess, ab Beginn des Projekts bis zur Eröffnung, ist in unserem Büro in verschieden Phasen unterteilt. Erst nach Abrundung der einen Phase wird die nächste angegangen. Dabei werden Erfahrungen aus der vorigen Runde verarbeitet.

Wir arbeiten nach folgenden Phasen:

  • Konzept-Skizzenentwurf
  • Vorläufiger Entwurf
  • Definitiver Entwurf
  • Baukoordination

Konzept-Skizzenentwurf

“Was könnte es sein und wie könnte es aussehen?”

In dieser Phase wird inhaltlich das Thema untersucht und wird eine Idee über den möglichen Charakter der Ausstellung gesucht. Das dazu benötigte inhaltliche Basismaterial wird vom Auftraggeber geliefert. Unter Rücksprache wird der Inhalt bestimmt. Rücksprache und Informationsverteilung sind in dieser Phase sehr wichtig. Mit Hilfe von Modellen und Stimmungsimpressionen werden die Ideen mit Denen des Auftraggebers verglichen. Der Kostenrahmen der Umsetzung ist in dieser Phase global und basiert auf Erfahrungswerten. Der Konzept-Skizzenentwurf gilt normalerweise für eine Periode von zwei Monaten.

Insofern von einer Preisfrage die Rede ist, ist in dieser Phase die inhaltliche Untersuchung kürzer als normal. Dies wird nach der Zuerkennung eines Auftrags in der folgenden Phase aufgeholt.

Vorläufiger Entwurf

“Wie wird es aussehen und wie wird es funktionieren?”

Nachdem über die Idee der Ausstellung Übereinstimmung herrscht, werden Idee und Teile davon weiter in Skizzen und Zeichnungen mit den Hauptabmessungen ausgearbeitet. Während des vorläufigen Entwurfs wird die Ausstellung in kleinere Einheiten eingeteilt. Diese Einheiten bekommen eine Nummer zur Vorbereitung der Arbeitsbeschreibungen. Die Einheiten können dadurch separat ausgearbeitet werden. Es wird eine Liste aufgestellt, über Inhalt, Objekt, Abbildung und Text und von wem und wann es geliefert wird. Jede Teillösung wird an das Konzept und das angestrebte Gesamterlebnis angepasst. Was wollten wir auch wieder? Änderungen sind in dieser Phase noch gut möglich.

Der Kostenvoranschlag basiert auch in dieser Phase auf Erfahrungswerten, ist aber genauer und tiefer, je Einheit der Ausstellung, aufgeschlüsselt. Der vorläufige Entwurf dauert 2 bis 5 Monate.

Definitiver Entwurf

“Wie kann es realisiert werden?”

Am endgültigen Entwurf werden keine Änderungen des mehr durchgeführt, aber es werden noch Zeichnungen und Spezifikationen von den Einheiten gemacht. Bei der Software resultiert dies in einen funktionellen Entwurf. Dabei werden die ausgewählten Lösungen ausgearbeitet. Inhalt und Textübersetzungen, Abbildungen und deren Rechte werden dabei rechtzeitig an den Auftraggeber geliefert. Der endgültige Entwurf hat die Form einer Arbeitsbeschreibung mit Zeichnungen und/oder funktionellem Entwurf. Hierin ist der Umfang aller Tätigkeiten und den damit verbundenen Qualitätsanforderungen je Beteiligtem im Realisierungsprozess angegeben. Diese Beschreibung wird zur Genehmigung dem Auftraggeber vorgelegt und gilt danach für alle Beteiligten, worunter Auftraggeber, Entwurfsbüro und Dritte zu verstehen sind. Am Ende dieser Phase werden anhand der Arbeitsbeschreibungen und der Zeichnungen Angebote bei Betrieben eingeholt.

Betriebe fundieren ihre Angebote auf diese Arbeitsbeschreibung und die Zeichnungen. Hierdurch kann man die Angebote vergleichen, sofern mehrere Anbieter nach einen Preisangebot gefragt werden. Auftragsvergabe an Dritte geschieht formell durch den Auftraggeber, welcher damit budgetverantwortlich bleibt (außer, wenn es sich um einen “turn-key” Auftrag handelt, siehe hier unten). Er wird hierbei vom Büro beraten.

Ein endgültiger Entwurf dauert bei einem durchschnittlichen Projekt etwa 4 Monate.

Turn key

Unter Rücksprache hat der Auftraggeber die Möglichkeit ein “Turn-Key”-Auftrag zu vergeben. Hierbei trägt die vollständige Verantwortung für die Realisierung des Projektes, den Gewinn und das Risiko das Büro. Der Auftraggeber hat dabei die Sicherheit, dass die gesamte Ausstellung innerhalb des gestellten Budgets realisiert wird. Der Auftraggeber bleibt hierbei eine inhaltlich beratende Partei. Bei dieser Konstruktion wird mit einer höheren Bürovergütung innerhalb des Budgets gerechnet.

Die Baukoordination

In dieser Phase wird darauf geachtet, dass realisiert wird, was mit den Beteiligten verabredet wurde. Wenn sich Situationen ergeben, die Anpassungen der Arbeit nötig machen, dann werden dafür Lösungen gefunden und eventuell ergänzenden Zeichnungen dafür gemacht. In dieser Phase wird immer danach gestrebt, die Arbeiten innerhalb des gestellten Budgets zu realisieren.

Die Baukoordination läuft während des gesamten Realisierungsprozesses bis zur Eröffnung.

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