PBC De virtuele bibliotheek van de toekomst Die Virtuelle Bibliothek der Zukunft

Die Virtuelle Bibliothek der Zukunft

Bild auf die Zukunft von Bibliotheken (mit Buchbeitrage und Cdrom)

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Die Säulen der ersten Tempel aus Stein sahen wie Schilfbündel aus. Man wußte noch nicht, wie ein Tempel aus Stein aussehen musste. Die ersten Autos waren Kutschen, denen ein Motor aufmontiert war. Das Auto hatte noch keine eigene Identität. Die zukünftige virtuelle Bibliothek kann man auf dem Computer sehen. Das eigene Medium kennen wir noch nicht. Nachdem im vorigen Jahrhundert das agrarische Zeitalter abgelöst wurde durch die industrielle Revolution, diese wiederum durch die schnelle technologische Entwicklung, beginnt nun eine neue Periode, bei der die Computer zwischen uns wegfallen werden. Wir sind im Stande, direkt aus unserem Geist Wissen und Informationen, aber auch Emotionen zu kommunizieren auf globalem Niveau. In diesem Strom entsteht eine spontane Ordnung, ein Archiv, das ständig in Bewegung ist. Das menschliche Gedächtnis arbeitet wie eine Fraktalspirale. Wenn wir eine Erinnerung aufrufen wollen, drehen wir uns immer enger um einen Punkt im Gedächtnis, geleitet von Assoziationen und Emotionen. Was in Büchern steht, müssen wir nicht mehr behalten, so wie die Perser, wie Kader Abdolah sagt.

Technik macht Chaos in der Bibliothek möglich, wie in einem virtuellen Theater. Gemeinsam geben wir der Welt das kollektive Gedächtnis: An der Oberfläche unsere aktuellen Assoziationen und, latent in den tieferen Schichten, Spuren der alten Griechen. Jede menschliche Einweißzelle im Gehirn stirbt innerhalb einiger Stunden ab. Und dennoch bleibt das Gedächtnis, die Erinnerung bestehen. Die vorhandenen Werte der Bibliothek – das Zurverfügungstellen, Ordnen und Archivieren – erhalten ein neues Medium.

Wir sind das beste Archiv unserer Zeit. Was man auch tut, wo man auch ist, Gedanken kommen wie von selbst in einem auf. Man sucht nicht danach. Von Seeigel zu Seestern, zu Eiskristall, zu Sonne, zu Lampe, zu Bettchen, zu Bär, zu Haus. Der Verlauf der Bilder aus dem Gedächtnis erscheint chaotisch, aber er ist assoziativ. Man muss noch auf die Emotionen und die Gefühle, die zu diesen Bildern gehören, verzichten. Der nächste Schritt ist der, dass wir unsere Erfahrungen miteinander teilen. Ohne Gedanken und Fakten wird die Übertragung von Gefühl und Emotionen möglich. Am Ende wird dieser Prozeß global. Ein direkter Austausch zwischen allen Menschen ist jetzt möglich. Unser kollektives Gedächtnis umhüllt den Erdball wie eine Decke. Nahbei sind die kürzlich gemachten Erfahrungen, in der Ferne die Spuren unserer Vergangenheit. Wir selbst sind das beste Archiv unserer Zeit.

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